Es ist 2026 und im Google Ads Universum hat sich der Wind gedreht. Lange Zeit galt die goldene Regel: „Starte immer erst mit einer Standard-Shopping-Kampagne, um Daten zu sammeln, bevor du Performance Max (PMax) einschaltest.“
Dieses Dogma müssen wir heute offiziell zu Grabe tragen.
In diesem Beitrag erfährst du, warum sich die Hierarchie der Kampagnentypen umgedreht hat, welche Rolle Standard-Shopping heute noch spielt und welchen Fehler du unbedingt vermeiden musst, um dein Budget nicht zu verbrennen.
Der Paradigmenwechsel: PMax ist der neue Standard
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Performance Max Kampagnen – vorausgesetzt die Conversion-Rate im Shop stimmt – fast durch die Bank weg besser performen als klassische Shopping-Kampagnen.
Die neue Strategie für 2026 lautet daher: Starte direkt mit PMax. Erstelle deine Kampagnen, gib dem Algorithmus Futter und lass die KI arbeiten. Der Umweg über Standard-Shopping ist in den meisten Fällen nicht mehr notwendig und kostet dich heute eher Opportunitätskosten als dass er dir nützt.
Standard-Shopping: Vom Star zum „Fallback“
Heißt das, Standard-Shopping ist tot? Nein, aber die Rolle hat sich geändert. Wir nutzen Standard-Shopping heute primär als Fallback-Kampagne.
Es gibt Szenarien, in denen der PMax-Algorithmus an seine Grenzen stößt:
- Nischenprodukte: Artikel, die sehr speziell sind und wenig Suchvolumen haben.
- Erklärungsbedürftige Produkte: B2B-Produkte oder komplexe Lösungen, bei denen der Kaufprozess nicht linear verläuft.
- Messbarkeitsprobleme: Wenn Conversions nicht sauber getrackt werden (z.B. Telefonanrufe oder E-Mail-Anfragen), fliegt PMax oft blind.
In diesen Fällen ist eine Standard-Shopping-Kampagne immer noch Gold wert, da du hier mehr manuelle Kontrolle über die Ausspielung hast.
Achtung: Vermeide diesen tödlichen Fehler!
Es gibt eine Sache, die du 2026 unbedingt vermeiden musst: Lasse niemals eine PMax-Kampagne und eine Standard-Shopping-Kampagne für dieselben Produkte gleichzeitig laufen.
Wenn beide Kampagnentypen auf die gleichen Artikel und Signale bieten, hebelst du die Performance aus. Du verwässerst die Datenbasis für den Algorithmus und sorgst für eine interne Kannibalisierung.
Der korrekte Weg:
- Starte mit PMax für alle Produkte.
- Analysiere die Performance.
- Identifiziere Produkte, die in PMax nicht funktionieren („Zombie-Produkte“).
- Schließe diese Produkte aus PMax aus und überführe nur diese in eine separate Standard-Shopping-Kampagne.
Weniger ist mehr: Die Struktur deiner Kampagnen
Erinnerst du dich an die Zeiten, als wir Kampagnen granular nach Produkttypen, Farben und Größen segmentiert haben? Auch das ist vorbei.
Google lernt 2026 viel stärker auf Konto-Ebene. Das bedeutet: Der Algorithmus profitiert von konsolidierten Daten.
- Packe möglichst viele Produkte in eine PMax-Kampagne.
- Trenne Kampagnen nur dann, wenn du signifikant unterschiedliche Margen hast (z.B. High-Margin vs. Low-Margin Produkte), um unterschiedliche ROAS-Ziele zu steuern.
Eine künstliche Aufsplittung behindert heute meistens den Lernprozess der KI, anstatt ihn zu fördern.
Update zu Assets: Abschied von „Feed-Only“
Lange Zeit war „Feed-Only“ PMax (also PMax ohne Bilder und Videos, die sich fast wie Standard-Shopping verhält) ein Geheimtipp. Seit den Updates in 2025 und den besseren Channel-Analysen sehen wir jedoch, dass dies oft nicht mehr das volle Potenzial ausschöpft.
Um die gesamte Customer Journey abzudecken, solltest du heute den Mut haben, hochwertige Assets (Bilder, Videos, Texte) in deine PMax-Kampagnen zu integrieren. Der Algorithmus ist mittlerweile sehr gut darin geworden, den richtigen Nutzer zur richtigen Zeit mit dem richtigen Format (YouTube, Display, Discover) anzusprechen.
Fazit
Die Werkzeuge in Google Ads sind die gleichen geblieben, aber die Spielregeln haben sich geändert. Wer 2026 noch stur nach den Anleitungen von 2023 arbeitet, lässt Umsatz liegen.
Trau dich an PMax als Basis-Setup, nutze Standard-Shopping als intelligentes Auffangnetz und gib dem Algorithmus genügend Datenraum zum Atmen.
Viel Erfolg bei der Optimierung!




