Es gibt ein neues Feature im Google Ads Universum: den Traffic Finder. Malte Helmhold hat sich die Funktion genau angesehen und erklärt, wie sie funktioniert, für welche Kampagnen sie relevant ist und warum man die Beispiele von Google nicht immer blind übernehmen sollte.
Was ist der Traffic Finder?
Der Traffic Finder ist eine neue Option, die in den Kampagneneinstellungen von Google Ads zu finden ist. Er funktioniert nur in Verbindung mit Suchnetzwerk-Kampagnen, wenn du als Gebotsstrategie „Conversion-Wert maximieren“ mit einem festgelegten Ziel-ROAS (Return on Ad Spend) verwendest.
- Die Funktion: Der Traffic Finder erlaubt es dem Google-Algorithmus, von deinem festgelegten Ziel-ROAS abzuweichen, um potenziell mehr Conversions zu erzielen. Du kannst eine Toleranz in Prozent festlegen (z. B. 10 % oder 30 %), die dem Algorithmus mehr Spielraum gibt, auf verwandte Suchanfragen zu bieten.
Wo findest du den Traffic Finder?
Um den Traffic Finder zu nutzen, musst du deine Suchnetzwerk-Kampagne auf die Gebotsstrategie „Conversion-Wert maximieren“ mit einem Ziel-ROAS umstellen. Sobald du das getan hast, erscheint die Option automatisch. Ohne ein festgelegtes Ziel ist der Traffic Finder nicht verfügbar.
Wichtiger Hinweis: Für Performance Max (PMax)-Kampagnen gibt es das Feature nicht, da PMax im Grunde schon ein KI-basiertes System ist, das bereits mit ähnlichen Mechanismen arbeitet.
Maltes Kritik: Warum du vorsichtig sein solltest
Malte sieht das Beispiel, das Google in der Hilfestellung für den Traffic Finder verwendet, kritisch. Google schlägt die Funktion vor allem für Dienstleister vor, die mit einem festen ROAS arbeiten. Malte widerspricht hier vehement:
„Wann funktioniert bei Dienstleistern Ziel-ROAS? Fast nie!“
Die Berechnung des ROAS ist für Dienstleister oft sehr komplex, da ein Lead nicht immer sofort zu einem festen Umsatz führt. In der Praxis funktioniert das Konzept daher selten so reibungslos wie bei klassischen Onlineshops.
- Beispiel für eine Falle: Google könnte anfangen, auf weitgehend passende Keywords wie „Kreditrechner“ zu bieten, obwohl du ein Immobilienmakler bist. Das würde dein Budget für irrelevante Klicks verbrennen.
So nutzt du den Traffic Finder richtig
Malte empfiehlt, den Traffic Finder nur mit großer Vorsicht zu verwenden. Wenn du mit weitgehend passenden Keywords und dynamischen Suchanzeigen arbeitest, kann er einen Effekt haben, aber du solltest das Feature auf keinen Fall einfach so „im Sommer“ einstellen, ohne die Ergebnisse genau zu überwachen.
- Tipp: Starte mit der konservativsten Einstellung, zum Beispiel einer Toleranz von 10 %. Behalte die Suchbegriffe deiner Kampagne genau im Auge, um sicherzustellen, dass Google nicht auf völlig irrelevante Anfragen bietet.
Fazit: Der Traffic Finder ist ein weiteres KI-Feature, das dir mehr Spielraum geben soll. Allerdings ist er kein „Wundermittel“ und sollte mit Bedacht eingesetzt werden, um dein Budget nicht für unpassende Suchanfragen zu verschwenden.




