Durch unsere tägliche Arbeit in der Agentur und den engen Austausch in unseren Livestreams auf Websitepiloten sehe ich jedes Jahr das gleiche Phänomen: Pünktlich im Januar gehen viele Google Ads Konten erst einmal baden. Die Performance knickt ein, der ROAS (Return on Ad Spend) sinkt und die Kosten pro Conversion (CPA) schießen in die Höhe.
Warum ist das so? Und was kannst du tun, wenn der Markt scheinbar „gesättigt“ ist? Ich gebe dir heute einen Tipp, für den mich Google wahrscheinlich hassen wird. Aber er funktioniert.
Das Video zum Thema
Das Phänomen: Der „Holiday Slump“
Nach dem Kaufrausch im November und Dezember verfallen viele Nutzer in eine Art Recherche-Modus. Die Leute haben ihr Geld ausgegeben, schicken vielleicht sogar Sachen zurück oder stöbern einfach nur. Sie suchen zwar bei Google oder ChatGPT, aber die Kaufintention ist deutlich geringer als vor Weihnachten.
Gleichzeitig kommen im Januar viele Werbetreibende mit frischen Budgets aus der Winterpause zurück. Das Ergebnis: Extremer Wettbewerb trifft auf eine niedrige Conversion-Rate. Wenn du jetzt stur an deinen hohen Budgets festhältst oder sie sogar erhöhst, passiert folgendes: Dein CPA geht steil bergauf und deine Profitabilität verabschiedet sich.
Die Lösung: Mut zur Lücke (und zum kleineren Budget)
Der Reflex der meisten Marketer ist: „Wir brauchen mehr Conversions, also müssen wir mehr Budget reinstecken!“ Bei Google Ads ist das im Januar oft der falsche Weg.
Google wird dir immer sagen: „Budget eingeschränkt, bitte erhöhen.“ Aber schau dir die Prognosen mal genau an. Oft zeigt dir Google selbst (versteckt in den Kalkulationen), dass eine Budgeterhöhung um nur 10 % den CPA verdoppeln könnte. Das ist kein guter Deal.
Den „Sweet Spot“ finden
Mein wichtigster Rat: Geh mit dem Budget runter. Es klingt kontraproduktiv, aber wenn du dein Budget in kleinen Schritten (ca. 10–20 %) senkst, zwingst du den Algorithmus dazu, passiver und damit selektiver zu bieten. Du ziehst dich aus den extrem teuren Auktionen zurück, in denen sich die Konkurrenz gerade gegenseitig zerfleischt.
Das Geniale daran: Die Leistung sinkt oft nicht linear zum Budget. Es kann sein, dass du 10 % weniger ausgibst, aber dein CPA sich halbiert, weil du plötzlich nur noch die „Rosinen“ im Markt herauspickst. Das ist der Sweet Spot.
Drei Strategien gegen das Januar-Loch:
- Antizipieren statt Reagieren: Mach dir für die Zukunft einen Kalendereintrag. Ende Oktober (vor Black Friday) und kurz nach Weihnachten (ca. 27. Dezember) solltest du deine Budgets bereits proaktiv prüfen und ggf. leicht drosseln.
- Conversion-Rate-Optimierung (CRO): Wenn der Klickpreis wegen des Wettbewerbs hoch bleibt, ist der einzige Hebel dein Shop oder deine Landingpage. Wenn du deine Conversion-Rate verdoppelst, halbierst du rechnerisch deinen CPA – ganz ohne das Google Ads Konto anzufassen.
- Smarte Kampagnen-Ergänzungen: Nutze die Zeit, um neue Wege auszuprobieren. Vielleicht eine dynamische Suchanzeige (DSA) auf Nischenthemen, an die deine Wettbewerber im Januar-Stress gar nicht denken.
Mein Learning für dich
Google Ads Erfolg ist keine Einbahnstraße nach oben. Profis wissen, wann sie defensiv spielen müssen. Ein Markt mit hohem Wettbewerb und niedriger Kaufbereitschaft erfordert kein „Vollgas“, sondern taktische Rückzüge. Wenn du lernst, den Sweet Spot durch gezielte Budgetreduzierung zu finden, bleibst du profitabel, während andere ihr Geld im Januar-Loch verbrennen.
Das passende Video zum Thema findest du hier: YouTube: Google Ads Strategie Januar
Anmerkung: Deine Google Ads Kampagnen laufen gerade im Januar nicht rund? Dann lass uns doch mal gemeinsam über dein Konto schauen! Komm gerne in unsere Live-Meetings, die zweimal pro Woche in unserer Premium-Mitgliedschaft auf Websitepiloten.de stattfinden. Dort analysieren wir Konten live, finden den Sweet Spot für deine Budgets und ich beantworte dir alle Fragen direkt. Außerdem erwarten dich dort noch viele weitere Profi-Videos zu Skripten, Looker Studio und Google Shopping. Ich freue mich auf dich!




